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WIDERSTAND im DRITTEN REICH
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* 11.12.1909
† 12.08.1943
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Hermann
Frieb wurde in Mauerkirchen (Österreich) geboren. Nach dem
Umzug der Familie nach München besuchte er dort das Realgymnasium.
1932 trat er der SPD in Sendling bei. An der Ludwig- Maximilians-Universität
München war er der letzte Leiter der sozialistischen Studentengruppe.
Die erste Verhaftung
erfolgte im Februar 1934. Am 27. März 1934 erfolgte die Ausweisung aus Bayern wegen Verdachts
illegaler politischer Tätigkeit. In
Wien und später Prag setzte er sein Studium fort und schloss als Dipl.-Volkswirt ab.
Aus dem Kontakt
zum sozialdemokratischen Parteivorstand in Prag begann eine intensive
politische Tätigkeit mit Kontakt zu Waldemar von Knoeringen
und der Widerstandsgruppe »Neu-Beginnen«. Nach der Aufhebung
seiner Ausweisung kehrte er im 1935 nach München
zurück. Er übernahm nach dem Tod seines Vaters die väterliche
Kanzlei als Steuerberater. Gleichzeitig wurde er Haupt der illegalen
Sozialdemokratie in München. Nach Kontakt mit Bebo
Wager 1936 leitete er die Widerstandsorganisation der "Revolutionären Sozialisten" Südbayerns.
Auch Friebs Mutter Paula war am Aufbau einer Widerstandsgruppe,
die im Organisationszusammengang "Neu Beginnen" stand,
in München und Oberbayern beteiligt. Nach dem "Anschluss" Österreichs auf Tirol und Wien ausgeweitet.
Mit Bebo Wager
verfasste er für den SPD-Exilparteivorstand in Prag, ab 1938
in Paris, Berichte über die Lage in Deutschland. 1940 riss
der Draht nach der Flucht Knoeringens nach England.
Am 1.August
1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Der Kontakt zu seiner Organisation "Neu-Beginnen" blieb über seine Mutter bestehen.
Für einen bewaffneten Kampf sammelte Frieb in seinem Ferienhaus
Waffen und Munition.
Am 26.3.1942
wurde er an der Front verhaftet nachdem durch Spitzel die Organisation
durch die Gestapo aufflog - ca. 200 Personen wurden verhaftet.
In Friebs Ferienhaus fand die Polizei mehr als 10.000 Schuss Munition,
sechs Gewehre und 25 Pistolen.
Am 27. Mai 1943
wurden Frieb und neun andere in Innsbruck vom 6.Senat des Volksgerichtshofs
zum Tode verurteilt.
Hermann Frieb wurde ebenso wie Bebo Wager am 12. August 1943 im
Gefängnis von München- Stadelheim hingerichtet.
Beigesetzt wurde Frieb auf dem Nordfriedhof in München.
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"Er war
ein systemstischer Denker, dessen Hauptlehre es war, daß der
Widerstand gegen den Nationalsozialismus auch unter den ungünstigsten
Verhältnissen eine Voraussetzung für die Kontinuität
der sozialistischen Bewegung und damit die Grundlage für ihren
Sieg sei." (W. v. Knoeringen)
Porträtzeichnung
Hermann Frieb (in Nerdinger 1965, S.13) |
Literaturhinweise und Quellen
(1) Eugen
Nerdinger: Die unterliegen nicht, die für eine große
Sache sterben! Augsburg 1965
(2) Steinbach Peter, Tuchel Johannes (Hg.): Widerstand
gegen den Nationalsozialismus.Bonn 1994
(3) Beuys Barbara: Vergeßt uns nicht. Menschen
im Widerstand 1933-1945. Reinbek b. Hamburg 1987
(4) Broszat Martin, Fröhlich Elke, Grossmann Anton
(Hg.): Bayern in der NS-Zeit III. München 1981
(5) Nerdinger Eugen: Brüder zum Lichte empor.
Ein Beitrag zur Geschichte der Augsburger Arbeiterbewegung. Augsburg
1984
(6) Bund Sozialistischer Freiheitskämpfer und Opfer
des Faschismus >>
(7) NS-Dokumentationszentrum München - Pförtner
Helga: Gedenkstätten, Erinnerungsorte für die Opfer
des Nationalsozialismus in München 1933-1945. Mit der Geschichte
leben Band 1 A-H, S.129 ff pdf-Datei
>>
(8)
Kulturreferat Landeshauptstadt München >>
(9) Wikipedia >>
(10) Info zur Schellingstrasse in München
>>
- 26.10.1987:
Einweihung einer Gedenktafel am Haus Schellingstraße
78 in München - letzter Wohnort Friebs. Inschrift „Hier
wohnte bis zu seiner Hinrichtung der Widerstandskämpfer Hermann
Fried."
- 22.01.1964: Die städtische Mittelschule für Knaben in der Hohenzollernstraße
wird in Hermann-Frieb-Realschule benannt >>
Grabmal auf dem Nordfriedhof, 104/ 11/ 2 Ungererstr.
130, München-Schwabing
Namensgebung
Hermann-Frieb-Straße,
Am Hart in München
Hermann-Frieb-Straße in Augsburg
Hermann-Frieb-Park in Augsburg-Haunstetten (Am 18.4.08 wurde dort eine Stele mit 128 Namen von Zwangsarbeitern der Firma Messerschmitt eingeweiht. Opfer der Nationalsozialistischen Herrschaft die am 13.4.1944 durch Bombenangriffe starben.)
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