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Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) - Kreisverband Augsburg
Stand: 21.11.2011
 

WIDERSTAND im DRITTEN REICH

 Hans Beimler
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    * 2.7.1895 in München
    am 1.12.1936 im spanischen Bürgerkrieg gefallen

    Hans Beimler wurde in München geboren. Nach dem Besuch der Volksschule folgte eine Schlosserlehre. 1913 wurde Beimler Mitglied des Deutschen Metall­arbeiterverbandes. Im 1.Weltkrieg wurde er als Matrose eingezogen. 1918 gehörte er in Cuxhaven dem Arbeiter- und Soldatenrat an und trat im selben Jahr in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein. Im Mai 1919 nahm er aktiv an den Kämpfen um den Erhalt der Münchener Räterepublik teil. Von 1921-23 saß er als politischer Häftling in der Strafanstalt Niederschönfeld ein (Verurteilung wegen Brückensprengung die die Verlegung bayerischer Truppen in das mitteldeutsche Aufstandsgebiet verhindern sollte).

    1925 wurde er in die KPD-Bezirksleitung Südbayern gewählt. 1928 war er als Sekretär des Unterbezirks Schwaben der KPD tätig. Hier Heirat mit Centa Herker-Beimler die sich um den Haushalt in Augsburg und den zwei Kindern aus erster Ehe kümmert. KPD in Augsburg tätig und wurde 1929 in den Stadtrat Augsburg gewählt. Durch seine Popularität in Bayern bekannt stieg er 1932 zum politischen Leiter im Bezirk Südbayern auf und war von April bis Juli Abgeordneter des Bayerischen Landtages. Anschließend bis 1933 Mitglied im Deutschen Reichstag.
    Am 11.4.1933 erfolgte die Verhaftung durch die Nazis und brutal gefoltert. Am 25.4.1933 wurde er ins Konzentrationslager Dachau verlegt. Von dort gelang im am 8./9.5.1933 die Flucht über München, Berlin nach Prag. Von dort ging er in die Sowjetunion. In Moskau Veröffentlichung seines Buches "Im Mörderlager Dachau". 1934 wurde Beimler aus dem Nazideutschland ausgebürgert. 1934-36 lebte er in Zürich und Paris. Als Teilnehmer am spanischen Bürgerkrieg gegen die Franco-Faschisten fällt er am 1.12.1936 vor Madrid.


    Auszüge aus seinem Buch
    Während ich so ... nachdachte, wurde die Tür meiner Zelle aufgestoßen und drei SS-Männer ... traten ein mit den Worten: Jetzt haben wir dich, Hetzer, du Landesverräter, du Bolschewistensau, du Bonze. [Dann beschreibt er, wie er Jacke und Hose ausziehen musste und, auf einer Pritsche liegend, mit einem Ochsenziemer geschlagen wurde]

    Nun überreichte [der Lagerverwalter Vogel] mir einen 2 Meter langen Kälberstrick von der Stärke eines Fingers und forderte mich auf, denselben am kleinen Wasserleitungshahn aufzuhängen. ... Ich stieg auf die Pritsche und hängte den Strick ... an den Hahn. Nachdem ich wieder heruntergestiegen war, gab er mir folgende Weisung: "Wenn in Zukunft wieder jemand die Zelle betritt, haben Sie eine militärische Haltung einzunehmen und zu sagen: ´Der Schutzhaftgefangene Beimler meldet sich zur Stelle` und - auf den Strick zeigend - sollten Sie irgendwelche Zweifel bekommen, dann steht er ihnen zur Verfügung. Später: Na, Beimler, wie lange gedenkst du denn die Menschheit mit deinem Dasein zu belästigen? Ich habe dir schon einmal gesagt, dass du in der heutigen Gesellschaft, im Nationalsozialistischen Deutschland, ein überflüssiges Subjekt bist." Ihm wurde eine "Frist" von 2 Stunden gesetzt. Nach einer Stunde erschien einer der SS-Männer und knüpfte die Schlinge: "So, jetzt habe ich alles getan, was ich tun konnte, mehr kann ich dir nicht helfen. Also, du brauchst jetzt bloß mehr den Kopf hineinzustecken, das andere Ende in das Fenster hinhängen und alles ist fertig. In zwei Minuten ist alles erledigt. Es ist doch nichts dabei; außerdem kommst du ja doch nicht mehr lebendig aus der Zelle raus. Der Befehl des Herrn Kommandanten muß ausgeführt werden!
    Eine der letzten Aufnahmen von Beimler
    in der Volks-Illustrierte 1937 Nr.1
    aus Willmann 1975, S.311
     

    Hans Beimler: (in VI 1937 Nr.1 aus Willmann 1975, S.313)
    Befehl zum Selbstmord
    Sie hatten die Zellentür kaum zwei Minuten zugeschlossen, da wurde schon wieder aufgesperrt. - Der Mordbandit riß mich mit dem Wort: "Raus!" aus der Zelle und warf mich in die Zelle 4. Es war der erschüttendste Augenblick meines Lebens. Vor meinen Füßen auf dem Steinboden lag die zerschundene, mit dicken Beulen bedeckte Leiche meines langjährigen Kampfgenossen Fritz Dressel.
    Der linke Arm lag ausgestreckt auf dem Boden, quer über den Vorderarm drei Schnitte, das Brotmesser daneben.
    Es war alles aufgeklärt. Der Genosse wurde durch die unerhörte Quälerei in den Tod getrieben, gezwungen, Hand an sich zu legen, wie das an mir und auch an den Genossen Götz und Genossen Hirsch geschah. Er wurde dabei "unvorsichtigerweise" von einem Sturmführer gefunden, als er noch nicht verblutet war. Sollte ich vielleicht so lange bei meinem toten genossen in der Zelle gelassen werden - bis ich es ihm gleichtat? - Wenn sie mich auch nach wenigen Minuten wieder aus der Zelle holten und in "meine" zurückbrachten - so sollte ich doch gleich erfahren, warum sie mich in die Todeszelle geworfen haben.
    "So!" - sagte der Verbrecher, im Lager als Kommandant bezeichnet - "so, jetzt hast du es wohl gesehen, wie man es macht. Du mußt nicht glauben, daß du deshalb zu deinem Freund hineingekommen bist, um ihn nochmals zu sehen und von im Abschied zu nehmen, du sollst bloß sehen, wie man es macht, und daß er nicht so feig war. Er hatte mehr Charakter als du, feige Sau."

    Straßennamen in Augsburg - Pfersee
    ehemalige Hans Beimler Medallie der FDJ (Sportabzeichen)

    Gedenkstein vor der ehemaligen Sekundarschule "Hans Beimler" in Bennstedt(Saalkreis)
    Aufnahme 2005
    Beimler wird auf der Gemeindehomepage heute nicht mehr erwähnt, wie in vielen Gemeinden
    der ehemaligen DDR

              

    Grabstein auf dem Gedenkfriedhof ehemaliger Spanienkämpfer gegen das Francoregime in Barcelona

            

    Gedenksteine auf dem "Friedhof der Sozialisten" in Berlin

    Weitere Informationen:
    http://www.hbg.ka.bw.schule.de/publikat/dachau/bericht.html

    Das Lied "Hans Beimler, Kamerad" von Ernst Busch >>
    Foto Hans Beimler >>

    Nach Hans Beimler benannt:
    Hans Beimler Chor Berlin >>

    Verfilmung:
    Hans Beimler, Kamerad, DDR 1969, Regie Rudi Kurz

    Literatur:
    Freyer Günter: Gefallen vor Madrid: Hans Beimler. In: Rotfuchs Jg.12(2009), S. 14 >>
    Leber Annedore: Das Gewissen entscheidet -Bereiche des deutschen Widerstandes 1933-1945. Frankfurt am Main 1963
    Beimler Hans: Im Mörderlager Dachau - Um eine biographische Skizze ergänzt von Friedbert Mühldorfer, Neuerscheinung 2011, PapyRosa Verlag

    Wikipedia >>
    wapedia >>
    Hans Beimler Zentrum Augsburg >>