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Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) - Kreisvereinigung Augsburg
Stand:

08.09.2014

VVN-BdA Augsburg - Hans Adlhoch

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WIDERSTAND im DRITTEN REICH

 Hans (Johann) Adlhoch und Anna Adlhoch

 


geb. 29.1.1883
gest. 21.5.1945

 

 

 

 


geb. 5.4.1876
gest. 7.4.1961

Am 29.01.1884 wurde Hans Adlhoch in Straubing geboren.

In München war der gelernte Schreiner ab 1910 Vorsitzender der Christlichen Gewerkschaft. Im Jahr 1919 kam er als Arbeitersekretär der katholischen Arbeitervereine nach Augsburg, Peutinger Straße 11.

Adlhoch wurde Parteisekretär in der Bayerische Volkspartei (BVP). Für diese war er von 1925-1933 im Stadtrat von Augsburg gewählt worden. Als Nachrücker wurde er im Januar 1933 als Reichstagsabgeordneter berufen.

Am 26./27. Juni 1933 erfolgte die erste Verhaftung. Er wurde in sogenannte „Schutzhaft“ (zum Schutz von Volk und Staat) genommen. Erst nach einer Erklärung, freiwillig auf sein Stadtratsmandat zu verzichten, wurde er am 4. Juli entlassen und bereits im August erneut eingesperrt. Im April 1934 erneute Inhaftierung und am 19. September 1934 in das Konzentrationslager Dachau verlegt, aus dem er im Oktober entlassen wurde. Bis zum März 1935 waren insgesamt fünf Inhaftierungen erfolgt. Im erneuten Haftbefehl wird im vorgeworfen, sich gerühmt zu haben, bereits mehrfach festgenommen worden zu sein. Dies wertet man als Verhöhnung und Lächerlichmachung des national­sozialistischen Staates.

1940 wurde Adlhoch zum Militär eingezogen. Nach dem Attentat von Stauffenberg auf Hitler am 20. Juli 1944 erfolgte eine erneute „Schutzhaft“, aus der Adlhoch im September nach Dachau verlegt wurde

Am 26. April 1945 wurde das Lager Dachau vor den anrückenden Amerikanern evakuiert. Auch Hans Adlhoch wurde auf den Todesmarsch von Dachau (7000 Häftlinge) ins Ötztal geschickt. Dieser endete in Waakirchen (bei Bad Tölz). Entkräftet von den Mißhandlungen gezeichnet wird er nach der Befreiung durch die Amerikaner in ein Lazarett in München gebracht. Dort stirbt er am 21. Mai1945 und auf dem Nordfriedhof in München begraben.

Anna Margarete Adlhoch (geborene Kurz) wurde am 5. April 1876 in Kaspauer in Ober­franken geboren wurde. Die Heirat mit Hans Adlhoch fand am 6.3.1905 in München statt. Anna Adlhoch unter­stützte ihren Mann in seinem Kampf gegen das NS Regime. Sie hielt die Kontakte zu den Freunden im Widerstand während seiner zahlreichen Inhaftierungen auf­recht. An den Folgen einer Krebser­krankung leidend, musste sie viele Hausdurchsuchungen über sich ergehen lassen und litt wegen ihrer Erkrankung besonders schwer an der Abwesen­heit ihres Mannes.

Die quälende Frage nach dem Schicksal ihres Mannes klärte sich lange nach Kriegs­ende, als man, nach wochenlanger Suche sein Grab im Münchener Nordfriedhof fand. Er wurde später ins FamiIiengrab auf dem Augsburger Westfriedhof umgebettet.

Anna Adlhoch wurde bis an ihr Lebensende (7. April 1961) sorgsam betreuet von ihrer Adoptivtochter Maria Schieber, geb. Schwab. Sie brachte 1983 die Hinterlassenschaft in die nach Hans und Anna Adlhoch benannte Stiftung ein.

 

Die Adalbertstraße in Pfersse wurde 1946 in Hans-Adlhoch-Straße umbenannt

ebenso die Adalbertschule in Hans-Adlhoch-Schule

In der Peutingerstr. 11 erinnert eine Tafel an den Arbeitsplatz von Hans Adlhoch
(fälschlicherweise mit Todesort KZ Dachau)

Am 26. Mai 2014 wurden durch den Künstler Gunter Demnig für Hans und Anna Adlhoch die ersten Stolpersteine in Augsburg verlegt. Eine breite Solidarität und Anteilnahme am Schicksal der Beiden begleitete die Verlegung. Um die Inschrift der Steine zu lesen bedarf es einer Verbeugung, ein Zeichen der Hochachtung vor Menschen die sich dem nationalsozialistischen System entgegen stellten.
Rund 100 Menschen nahmen in Erinnerung an Hans und Anna Adlhoch an der Verlegung teil.
Pate der Steine ist die Hans-Adlhochstiftung in Augsburg.

Gedenkstein auf dem Ehrenhain der Opfer des Nationalsozialismus (Westfriedhof)
Familiengrab auf dem Westfriedhof

Namenspate
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Hans-Adlhoch-Schule (seit 1946) und Hans-Adlhoch-Straße in Pfersee
- Haus Adlhoch in Wilburgstetten (Christliche Arbeiterhilfe Kempten)
- Aufgenommen in die Gedenktafel für die1933-1945 ermordeten 96 Reichstagsabgeordneten vor dem Reichstag
- Hans-Adlhoch-Straße in Straubing
- Hans-Adlhoch-Straße in Marktoberdorf
- Hans- und Anna-Adlhoch-Stiftung e. V. Augsburg

Hans-Adlhoch-Preis für „Gerechtigkeit in der Arbeitswelt" (seit 2012 >>)
2014: Leo Berger - Vorsitzender des Betriebsras der Firma Kögel Trailer Burtenbach
2013: Helmut Schwering - ehemalige Geschäftsführer der Gewerkschaft ver.di in Augsburg
2012: Inge Christl - Schlecker-Betriebsrätin

Weiter Informationen

  • Gedenkstätte Deutscher Widerstand >>
  • wikipedia >>
  • Augsburgwiki >>
  • Erinnerungsblatt 7/2014: Hans und Anna Adlhoch (VVN-BdA Kreisverband Augsburg) >>