Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) - Kreisvereinigung Augsburg
Stand: 14.07.2022
Halle 116

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"Halle 116" - Ehemaliges Außenlager des Konzentrationslagers Dachau

Am 24.11.2016 wurde das von Prof. Gassert erarbeitete Nutzungskonzept für einen Lern- und Erinnerungsort im Gebäude 116 vorgestellt und erste Schritte zur weiteren Vorgehensweise beschlossen. Hierzu zählt:

  • auf der städtischen Website Einrichtung eine Unterseite zur Erinnerungskultur. Dies ist umgesetzt worden und es wird nun auch die Geschichte der Halle 116 dargestellt. >>
  • Errichtung einer Informationstafel/-stele vor der Halle 116 (erfolgte 2019)
  • den Übertrag des Grundstücks an die Stadt Augsburg einzuleiten (Der Kauf erfolgte Ende 2019)
  • Referatsübergreifend soll ein Nutzungskontept für das Gesamtgebäude erstellt werden

Ende 2018 hatte der Stadtrat plötzlich mit 51:4 Stimmen für eine Privatisierung des Gebäudes gestimmt. Hierzu die Pressemitteilung vom 29.1.2018 der wieder aktivierten Initiative Denkort Halle 116:

KZ-Außenlager ist kein Spekulationsobjekt

In der Halle 116, Teil der ehemaligen NS-Luftnachrichtenkaserne im heutigen Sheridan-Park, befand sich in den letzten Kriegsjahren ein Außenlager des KZ-Dachau.
Die Initiative Denkort, in der sich verschiedene Organisationen zusammengeschlossen haben, sieht mit großer Sorge, dass die Stadt ihre Ziele, die sie für die weitere Nutzung der Halle beschlossen hat, nicht konkretisiert. Im Gegenteil wurde die Halle, die komplett als Gemeinbedarfsfläche geplant war, jetzt zum größten Teil in eine Gewerbefläche umgewandelt. Damit will man wohl einem privaten Investor entgegenkommen.
Bei einem Treffen der Initiative, bei der auch Kulturreferent Weitzel anwesend war, wurde deshalb klar gefordert, die Halle als Gemeinbedarfsfläche zu sichern und in das Eigentum der Stadt Augsburg zu bringen. Nur dadurch kann sichergestellt werden, dass in dem Gebäude eine Nutzung erfolgt, die die Vergangenheit des Baus würdigt und die Pläne der Stadt, hier einen Lern- und Gedenkort zu schaffen, ermöglicht.
Begrüßt wurde, dass der Kulturreferent in der Halle Raum für die Erinnerungskultur in Augsburg sieht und er das Konzept von Professor Gassert eine Leitplanke für die künftige Nutzung eines Teils des Gebäudes nennt. Das Konzept sieht vor, durch die Halle einen Geschichtspfad zu legen der die Entwicklung das Baues von seiner Entstehung als Teil einer Nazikaserne, über die Verwendung als KZ-Außenlager, bis zu seiner Nutzung durch das US-amerikanische Militär dokumentiert.

Damit kann ein lebendiger Ort zum Lernen und Nachdenken geschaffen werden.

Die Initiative wird die Entwicklung um die Halle weiterverfolgen und darauf achten, dass an diesem authentischen Ort die Geschichte nicht vergessen wird.

2019 wurde die Halle von der Stadt Augsburg übernommen. Damit ist die erste Voraussetzung für die Weiterentwicklung zu einem Lern- und Gedenkort geschaffen. Aktuelle wird eine Übergangsausstellung zusammengestellt. Diese wird voraussichtlich 2022/23 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Erinnerungsarbeit im Kommunalen Wahlkampf in Augsburg

Die "Initiative Denkort Halle 116" hat Auszüge aus den Kommunalpolitischen Wahlprogrammen in Augsburg zum Thema Erinnerungsarbeit / Halle 116 zusammengestellt. (2020)
weiter lesen >>

Informationen der Iniative Denkort Halle 116 (Bild anklicken)

Die Diskussion um den Denkort geht seit 2001

 



Kurzfassung zur Geschichte der Halle






Abschlussbericht von Prof. Gassert
März 2016

Unsere Dokumentation über den Diskussionsprozess ist inzwischen auf 637 Seiten angewachsen (Stand März 2022)

Kontakt zur "Initiative Halle 116"
   Initiative Denkorthalle Halle 116

Die Halle steht heute an der Karl-Nolan-Str. (Bilder 2012)

 

Blick auf die Halle 116 vom Spielplatz am Mietek-Pemper-Weg
Nordseite der Halle 116
Weitere Informationen

Vergessene Konzentrationslager: KZ-Aussenlager Augsburg-Pfersee (Halle 116) >>(2019)
Sheridan-Gelände: Grüne begrüßen Entwicklung bei Halle 116 Die Augsburger Zeitung 14.8.09 >>
Bürgeraktion Pfersee >>
Geschichtsagentur Augsburg >>
Stadt Augsburg >>
VVN-BdA Ausstellung >>

Quellen:
  • Benz Wolfgang, Distel Barbara (Hg): Der Ort des Terrors - Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager Band 2 München 2005
  • Bürgerhaus Pfersee (Hg.): KZ Außenlager Pfersee. In: Pferseer Geschichtsblätter November 2000 und Internet
    http://www.buergerhaus-pfersee.de/Seiten/kzpfers.html
  • Eiber Ludwig: Protokoll zum Workshop in Augsburg 26.9.2003
    Filser K., Thieme H.: Hakenkreuz und Zirbelnuß. Augsburg im Dritten Reich. Bindlach 1993
  • Geschichtswerkstatt Augsburg e.V.: nicht Stadt nicht Dorf - Leben und Arbeiten in Pfersee, Augsburg 1994
    IGM (Hg.): Die alten und die neuen Herren. Dokumente zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Augsburg 1933-45. Augsburg 1988
  • Initiative für Entschädigung von Zwangsarbeit in Augsburg: Internet http://home.arcor.de/fabian.diewald/iz/
    Institut für Zeitgeschichte (Hg.): Kriegsende und Neuanfang in Augsburg 1945. Erinnerungen und Berichte. München 1996
  • Kucera, Wolfgang: Fremdarbeiter und KZ-Häftlinge in der Augsburger Rüstungsindustrie, Augsburg 1996
  • Lehmann Berhard: Arbeiten zum Thema Zwangsarbeiter. Internet: http://www.zum.de/Faecher/Materialien/lehmann/index1024.htm
  • Nerdinger, Eugen: Brüder, zum Lichte empor. Ein Beitrag zur Geschichte der Augsburger Arbeiterbewegung. Augsburg 1984
  • Nerdinger, Eugen: Flamme unter Asche. Augsburg 1979
  • Nerdinger Winfried (Hg.): Bauten erinnern - Augsburg in der NS-Zeit. Berlin 2012
  • Puvogel, Ulrike; Stankowski, Martin: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus Band I. Eine Dokumentation. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1995 (Im Internet unter Bundeszentrale für politische Bildung, Schriften Band 245)
  • Römer, Gernot: Für die Vergessenen, KZ-Außenlager in Schwaben. Augsburg 1984
    Stadtarchiv Augsburg (Hg.): Trümmer Jeeps und leere Mägen. Chronik der Stadt Augsburg 1945-48. Augsburg 1995
  • Steinbach, Peter; Tuchel, Johannes (Hg): Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur 1933-1945. Bonn 2004. Bundeszentrale f. pol. Bildung. Schriftenreihe Band 438
  • Steiner, Manfred M.: Zeitzeugen. Gesichter und Stimmen einer Stadt. Augsburg in der NS-Zeit. Augsburg 2001

Augsburg-Pfersee ("Halle 116")

am 27.4.1944 in einer Halle der Luftnachrichtenkaserne eingerichtet - ca. 1500-2000 Häflinge - Zwangsarbeiter bei Messerschmitt - wurden dort untergebracht.
Am 25.04.1945 wurde das Lager geräumt. Die Gefangenen mußten in Richtung Süden marschieren. In Klimmach wurden sie von den Amerikanern befreit.


Seit Juli 2019 erinnern zwei Stelen an die Halle 116

Die Initiative Denkort Halle 116 wird unterstützt von zahlreichen Einzelpersonen und

Augsburger Friedensinitiative (AFI)

AWO Schwaben

Bahnpark Augsburg gGmbH

Hans-Beimler-Verein e.V. Augsburg

Bündnis für Menschenwürde Augsburg und Schwaben e. V.

BÜRGERAKTION PFERSEE "Schlössle" e. V.

Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Gruppe Augsburg

Europa-Union Augsburg

GeschichtsWerkstatt Augsburg e.V. (GWA)

Initiative "Augsburgs Erbe bewahren"

Kulturpark West gGmbH

Kurt Idrizovic - Buchhandlung am Obstmarkt - Büchergildeladen

pax christi Diözesanverband Augsburg

Redaktion www.forumaugsburg.de

Reinhold Forster, geschichtsagentur augsburg

Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V., Regionalgruppe Augsburg

GEW KV Augsburg

Marcella Reinhardt - Regionalverband Sinti und Roma

Miriam Friedmann MA und Dr. Friedhelm Katzenmeier

Bürgerstiftung Augsburg „Beherzte Menschen“

Stolpersteininitiative Augsburg und Umgebung

VVN-BdA Kreisvereinigung Augsburg

Stand 14.7.2022