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Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) - Kreisvereinigung Augsburg
Stand: 19.8.2018
VVN-BdA Erinnerungsorte

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 Orte der Erinnerung im Allgäu
 (Beiträge, Informationen, Bilder werden gerne entgegengenommen)
(Bilder 2010-2018) - ggf. Bild anklicken zum Vergrössern):
Kempten

Mahnmal
für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Friedensplatz am Stadtpark in Kempten

Deutsch / französische Gedenktafeln an der Allgäuhalle in Kempten
(ehem. Tierzuchthalle)

Mahnmal in Kottern/Weidach

(an der Kirche)

Gedenkstein
in Erinnerung an die Deportation der Kemptener Juden auf dem Friedensplatz am Stadtpark
Grabplatte auf dem jüdischen Friedhof mit den Namen der 1942-1945 in KZ´s ermorderter Kemptener Juden. Der Friedhof ist seit 1981 geschlossen. Er ist vom katholischen Friedhof an der Memminger Straße/Ecke Adenauerring zugänglich.

Infoseite zum jüdischen Friedhof >>
Stele zum Gedenken an nicht jüdische KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter die 1944 und 1945 im Raum Kempten ums Leben kamen und auf Befehl der Gestapo, außerhalb der Hecke des jüd. Friedhofs verscharrt wurden.
Die Namen auf der Stele

1944: Krukowski Konstantin, Kostaimetz Demisch, Jelagien Nikolaus, Wabia Jan (aus Polen), Dehodja Motra (Russin)

1945: Frainczak Boleslaw, Dziuba Clemens, Gaida Roman, Sukiennik Josef, Sczecinski Wladislaw, Sibilia Stanislaw, Tosch Johann, Sdobens Adolf, Sobierzek Anton, Woznyak Richard, Tkatschuk Konstantin (aus Polen), Jermakow Nikolai, Sokoiow Nikolai, Poppow Iwan (aus Russland)
   
Kaufbeuren

Außenlager KZ-Dachau Lager Riederloh II

An das Lager Riederloh II - auch als Steinholz bekannt - erinnert heute eine KZ-Friedhof (Info >>). Das Lager bestand aus vier Wohnbaracken, einer Lagerküche, Waschräume und eine Unterkunft für das SS-Lagerpersonal. Insgesamt waren dort ca 1300 jüdische KZ-Häftlinge (meißt aus Polen und Ungarn)




Auf dem Gedenkstein zu lesen:
"Brudergrab von 472 jüdischen Häftlingsopfern des nazischen Arbeitslagers in Riederloh bei Kaufbeuren"

Weiter Informationen:
Zur Geschichte >>
wikipedia >>

Denkmal für Opfer des Nationalsozialismus

Das Denkmal wurde am 9.11.2008 eingeweiht und findet sich auf der Grünfläche vor dem Jugendzentrum an der Schraderstraße. Es symbolisiert drei Opfergruppen des Nationalsozialismus in Kaufbeuren (Juden, Zwangsarbeiter und Euthanasie-Opfer). Ein Denkort auch für die anderen Opfergruppen fehlt bisher.

Initiert wurde es von einer Kaufbeurer Schülergruppe "Die Salzstreuer" am Kaufbeurer Jakob-Brucker-Gymnasium.

Aufnahme 2011

Reste der ehemaligen Dynamit AG im Norden von Neugablonz

Die ehemalige Fabrik wurde ab 1939 in Waldgebiet Kaufbeuren-Hart zur Produktion von Munition für die deutsche Kriegswirtschaft aufgebaut. Zwangsarbeiter aus dem Lager Riederloh wurden dort eingesetzt. Einige Trümmerreste erinnern heute noch an die Fabrik.
Nach dem Krieg siedelten sich dort sudetendeutsche Vertriebene aus dem Gebiet Gablonz an der Neiße an. Der heutige Name Neugablonz gründet sich darauf. Ein Vertriebenen-Denkmal in Neugablonz erinnert an die letzten Opfer des NS Regimes.

Ein Hinweisschild zu den Zwangsarbeiter oder Wegweiser zum KZ-Friedhof findet sich nicht (2017)

Füssen Irsee Langenwang
Gedenktafel an Hermann Wegscheider
Er wurde 1880 in Wank bei Füssen geboren. Der gelernte Bäcker wanderte in die USA aus, kehrte jedoch bald nach Füssen zurück und arbeitete in den Hanfwerken (Hanfwerke Füssen/Immenstadt).
"Als bekennender Kommunist nahm er kein Blatt vor den  Mund". Er wird denunziert, weil  er ein Hitlerbild abgehängt und zerrissen hat. Daraufhin kam er als politischer Häftling zunächst nach Sachsenhausen und dann nach Flossenbürg, wo er zum Aufbau des Lagers eingesetzt wird. Vermutlich an "körperlicher Auszehrung" stirbt er am 18. Mai 1941.

1947 wurde die Gedenktafel im Umgang der Kapelle des Füssener Waldfriedhofs angebracht.

Heil-und-Pflegeanstalt Irsee

In der Zeit der NS-Gewaltherrschaft wurden dort etwa 2000 als psychisch krank eingestufte Kinder, Frauen und Männer dem "Euthanasie"-Tötungs-Programm zugeführt.

am Gräberfeld der ehem. Zweiganstalt des Nervenkrankenhauses Kaufbeuren findet sich ein Denkmal für Euthanasieopfer in Irsee.
Seit 2008 erinnern am Kloster Irsee drei "Stolpersteine" an ehemalige Opfer u.a. an Ernst Lossa der in Augsburg geboren und 2009 eine Straße in Augsburg nach ihm benannt wurde.

Stele (seit 14.19.2010) zur Erinnerung an das KZ-Außenlager Langenwang Im Wäldchen Weidach an der Iller zwischen Fischen und Langenwang.





Weitere Außenlager waren Bad Oberdorf, Gemeinde Hindelang und Blaichach, Kreis Sonthofen
Personen aus dem NS-Widerstand

Willy Wirthgen
22.10.1904 - 03.04.1944
1943 wurde er durch ein Feldgericht zum Tode verurteilt.
Am 3.4.44 wurde das Urteil durch Erschießen vollstreckt.
(bisher nahm man als Sterbedatum 1945 an)

Zur Porträt-Seite >>

Alfred Kranzfelder
10.02.1908 - 10.08.1944


Gedenkstätte deutscher Widerstand >>
wikipedia >>

Josef Helfer
1882-1961
Mitbegründer der SPD in Immenstadt, von 1919 bis 1933 sowie von 1946 bis 1954 Mitglied des Stadtrats.

SPD-Infoseite zu Josef Helfer >>


Ehrentafel für Josef Helfer auf dem
Friedhof in Immenstadt für J. Helfer

Adolf Schmidt
12.9.1886 - 28.4.1980
Adolf Schmidt wurde in Neunkirchen/Saar geboren und verstarb in Penzberg
1922-1924 Landtagsabgeordneter

Info zu Adolf Schmidt >>

Foto von 1942 - Privat
Original im Stadtarchiv Kempten

Michael Kitzelmann
1916 - 1942
Offizier der Wehrmacht wegen " Wehrkraftzersetzung " hingerichtet.

Nach dem Gymnasium in Dillingen war er an der Theologischen St. Stephan Akademie in Augsburg. Danach musste er seinen Wehrdienst ableisten. Kurz vor dessen Ende begann der Krieg und er musste bei der Wehrmacht bleiben.

Infos wikipedia >>

Heute erinnert eine schäbige Tafel in einer dunklen Nische auf Kniehöhe unter einem Treppenaufgang in der Gestratzer Kirche ( Kreis Lindau/Westallgäu ) an ihn. (2017)

Im Mai 1986 wurde am Johann-Michael-Sailer-Gymnasium in Dillingen an der Donau eine Gedenktafel eingeweiht.
In Gestratz wurde eine Straße nach ihm benannt.

Michael Lerpscher
1905-1940
Allgäuer religiöser Pazifist, verweigerte den Kriegsdienst und wurde 1940 hingerichtet

zum Portät >>
Aus dem Kuhstall auf den
Schafott AZ 5.11.2005 >>

 

 

Erinnerungstafel an der
St. Josephs-Kapelle in
Wilhams (Gemeinde Missen)

Stolpersteine zur Erinnerung an NS-Opfer
Auf dem Friedensplatz in Kempten erinnern seit Juli 2014 zwei Stolpersteine an die polnischen Zwangsarbeiter Josef Chalupka und Boleslaw Baran.
Wer nicht parierte wurde erhängt
9.7.14 Allgäuer Zeitung >>
Acht Stolpersteine erinnern vor der Kirche in Hellengerst an Johanna Rötzer (*1909) und ihre sieben Kinder (Josef *1929, Ludwig *1930, Anna *1933, Ferdinand *1935, Rosina *1938, Franz *1939, Joseph *1943).
Sie alle wurden 1943 in Auschwitz ermordert.
Witwe mit 7 Kindern ermordet
2.7.14 Allgäuer Zeitung >>

Walburga Kessler
9.10.1918 - ermordet 31.7.1944 in Irsee

Seit 1.7.2014 erinnert am Geburtshaus in Burgberg ein Stolperstein an ihr Schicksal. Am 21.03.2014 wurde nachträglich der Name Walburga Kessler in den Gedenkstein an die über 2000 Euthanasie Opfer in der Heil und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee eingraviert.

Ihrem Urgroßneffen ist es zu verdanken, dass das Schicksal von Walburga Kessler nicht unvergessen bleibt.
Biographie >>

 

Fotos: Matt Kessler

Am 14.09.2015 wurden am Kloster Irsee (ehemals Heil-und Pflegeanstalt, Zweigstelle Kaufbeuren) sieben Stolpersteine verlegt, darunter war ein Stolperstein für Walburga Kessler Erinnerung auf Wikipedia >>


Presse:
youtube >>
kreisbote 11.9.15 >>
das allgäu online 14.9.15 >>

kreisbote 17.9.15 >>

Informationen zu allen Stolpersteinen in Kempten >>

Weitere Informationen
  • Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde / Synagoge in Kempten mit Bericht zur Stolpersteinverlegung >>
  • Weber, Hermann; Herbst Andreas: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. Berlin 2004
  • Naumann Markus: Spuren im Wald. Messerschmitt/Werkzeugbau Kottern und das KZ-Außenlager Fischen. Friedberg 2017