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* 3.2.1887
hingerichtet am 17. April 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden |
Max
Josef Metzger stammte aus Schopfheim im Schwarzwald, wo er am 3.
Februar 1887 als Lehrersohn geboren wurde. 1911 empfing er in Freiburg
im Breisgau die Priesterweihe. Als junger Kaplan, Neuerungen aufgeschlossen
und der Idee einer urchristlichen Erneuerung der katholischen Kirche,
arbeitete er zunächst in Karlsruhe, 1912 bis 1914 in Mannheim
und dann bis zum Beginn des ersten Weltkrieges in Oberhausen. Freiwillig
meldete er sich als Militärgeistlicher wohl den patriotischen
Aufrufen der Vorgesetzten wie seiner Erziehung folgend. "Das
Erlebnis an der Front und hinter ihr befestigte in mir die Überzeugung,
daß nur eine echte Friedensorganisation der Welt dem wahren
Volksinteresse entspreche.“ (vor dem Volksgerichtshof 1943)
1915 ging er
nach Graz als Generalsekretär des „Katholischen Kreuzbündnis
Österreichs“ wo er 1917 ein zwölf Punkte Friedensprogramm
konzipierte, das den Frieden erreichen und bewahren und soziale
Verbesserungen bringen sollte.Die Verbreitung wurde durch die Militärbehörden
verboten. 1917
Gründung des Friedensbundes Deutscher Katholiken. |
Dr. Max Josef Metzger war ein begeisterter Esperantist
Artikel
über ihn in Esperanto
>>
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Gedenkfeier 17.4.2011
Herbert Quis erinnerte an das Schaffen von M.J. Metzger und seinen tiefen Pazifismus.
Als seiner Zeit voraus war der Querdenker in den eigenen Reihen störend und wurde schließlich von den Nazis ermordet. Seine Gedanken und Vorstellungen konnten die Nazis aber nicht vernichten. Diese Positionen sind noch heute aktuell und sollten den heutigen Querdenkern Mut machen auch wenn diese nicht für alle Widersprüche in unserer Gesellschaft einfache Lösungen anbieten können. |
Gedenkfeier 17.4.2010
Schüler der Dr.-Max-Josef-Metzger-Realschule in Meitingen beschäftigen sich mit dem Leben von Dr. Max Josef Metzger und schrieben ein kleines Stück. Dies führten sie im Rahmen der Gedenkfeier zum 66 Jahrestag der Hinrichtung von "Bruder Paulus" durch die Nazis auf. Ein dickes Lob an das Engagement der Schüler und ihres Lehres. (rechtes Bild)
Die Vertreterin der bayer. Esperanto-Liga erinnert an den Einsatz von Metzger für eine gemeinsame Sprache |
27.2.2010: Im Rahmen des Kundgebungszuges "Straße der Erinnerung" fanden sich ca. 600 Teilnehmer vor der Stele von Pfarrer Metzger ein. Herbert Quis von pax christi sprach über das Schicksal von Metzger.
Die Rede als pdf-Datei >> |
Gedenkfeier 17.4.2009
ca. 90 Menschen gedachten dem 65. Jahrestag der Hinrichtung von "Bruder Paulus" durch die Nazis. Anschließend wurde im Thalia-Kino ein Film von Josef Gogl über das Leben von Pfarrer Metzger gezeigt.
Weitere Infos >> |
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Gedenkfeier 17.4.2008 - In den Händen die makabre Kostenrechnung (Bild Mitte anklicken)
Fotos: J. M. Ipfelkofer |
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Dem
„lebendigen humanistischen Gewissen“ Dr. Metzgers entsprang
das weitere Eintreten für Pazifismus und Antimilitarismus mit
dem Ziel einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Hierin berührten
sich Aktionen der Arbeiterbewegung (Abrüstung, gegen Militarisierung
des öffentlichen Lebens, Umgestaltung der Gesellschaft durch
Beseitigung des Kapitalismus etc.) mit Auffassungen Dr. Metzgers.
Im Gegensatz
hierzu der höhere Klerus von Graz, der in mehr und mehr bremste
und darauf drängte, dass Dr. Metzger abberufen wird. 1927
kehrte Dr. Metzger nach Deutschland zurück und siedelte 1928
nach Meitingen.
Dort war er
innerhalb der „Christkönigsgesellschaft“, der die
Trinkerheilstätte St. Johannesheim von der Diözese Augsburg
übertragen wurde, tätig – nicht frei sondern unter
Überwachung durch die Diözese bzw. dem Ordinariat Freiburg.
Die Zentrale der Gesellschaft, ab 1929 als Genossenschaft
anerkannt, wurde von Dr. Metzger in der folgenden Zeit nach Meitigen
verlegt. Nach Satzung und Aufgaben hatte die Gesellschaft den Charakter
eines Säkularinstituts.
Trotz bischöflicher
Auflagenwurde Dr. Metzger wieder in der Friedensbewegung aktiv.
„Das ganze gottverlassene System der Wirtschaft von heute
mit ihrer schrankenlosen und gewissenlosen Profitgier führt,
ohne daß es dem Einzelnen meist zu Bewußtsein kommt,
fast zwangsläufig einmal zu der Katastrophe des Krieges.“
(1930)
1932 veröffentlichte
Dr. Metzger einen Artikel gegen die nazistische Judenhetze und stand
ab 1933 abseits der Auffassung der deutschen Bischöfe. Diese
erkannten am 28.3.1933 das neue Regime feierlich an, ermahnten die
katholischen Gläubigen zu treuer und gewissenhafter Erfüllung
der Staatsbürgerpflichten und untersagten ihnen jegliches rechtswidrige
Verhalten. Er formulierte 1934 „Die Kirche muß sich
zur Wehr setzen, wo man die Macht zum Götzen erhebt, wo man
den Frieden zwischen den Völkern durch rohe Gewaltpolitik gefährdet,
wo man den Staat zur Quelle allen Rechtes macht und fremde Rechte
nur insoweit gelten läßt, als sie dem eigenen Volke keine
Opfer zumuten.“ – eine Kampfansage gegen das Naziregime.
Dr. Metzger
wurde am 23.1.1934 erstmals verhaftet und saß 4 Tage im Gefängnis
„Am Katzenstadel“ in „Schutzhaft“. Es folgten
1935 und 1937 das Verbot der Zeitschriften „Christkönigsbote“
und „Alleluja“, 1939/40 die entschädigungslose
Enteignung von Heimen in Graz, Brno, Unternannowitz und Buchenhorst.
Aufgrund der Saktionen wandte er sich zunächst stärker
der geistlichen Tätigkeit zu – vor allem der Einigung
der Christen.
1939
Bildung einer ökumenischen Gesprächsrunde, diese wird
von offiziellen kirchlichen Kreisen nicht anerkannt -trotz hochrangiger
Mitglieder (wie Gregor Lang, Pastor Ellwein, Jesuit Alfred Delp).
Die zweite Verhaftung erfolgte am 9.11.1939, einen Tag nach
dem Attentat auf Hitler in München. Ohne Nennung des Haftgrundes
wurde er vier Wochen später entlassen.
 Im
Frühjahr 1943 verfaßte er ein Friedensmanifest für
ein zukünftiges Deutschland nach der Zerschlagung des faschistischen
Joches. Dieses Memorandum sollte durch eine Vertraute, Dagmar Irmgart,
über Schweden nach Großbritannien gesendet werde –
das Tragische, sie war seit 1941 Agentin der Gestapo. Am 29.6.1943
erfolgte die dritte Verhaftung. Niederschmetterndes
Gutachten seines Bischofs in Freiburg (Außenseiter, Nörgler).
Die Verhandlung wegen Hochverrates fand am 14. 10 1943
in Berlin statt und endete nach einer Stunde und zehn Minuten mit
der Todesstrafe – der Richter: Dr. Roland Freisler.
“Es überkam mich ein Gefühl stolzer Verachtung als
ich das Todesurteil hörte. Ich wußte, daß es keine
Schande, sondern eine Ehre war, von einem solchen Gericht „ehrlos“
erklärt zu werden.“
Am 17.4.1944
wurde Pfarrer Metzger in Brandenburg-Görden hingerichtet.
Im April 1968 Exhumierung der Gebeine und Überführung
von Berlin auf den Ortsfriedhof Meitingen.
Bis zur Aufstellung der Stele am Dom vergingen Jahrzehnte (Enthüllung
am 7.10.1973) vorallem durch den Widerstand der katholischen Kirche
in Augsburg die gegen eine Errichtung des Gedenksteins war.
Gedenkfeier
von Pax Christi 2007 |
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Gedenkfeier 17.4.1998: Redner Herbert Quis, in der Mitte Anna Pröll, ganz rechts Franz Meisl (Foto: A.Lode) |
Wann kommst Du, Herr, mit Deiner Macht,
die Feinde zu verjagen?
Zünd an die Fackel in der Nacht
und laß es endlich tagen !
Mit starker Hand schlag an das Tor
des Kerkers dieser Erde !
Tritt selbst als Führer dann hervor,
als Hirte Deiner Herde !
Der Menschheit Amme ist die Not
des Leibes und der Seele,
Ihr letztes Lebensziel der Tod.
Er würget aller Kehle.
Wir sterben all am grimmen Krieg.
Es will kein Ende werden.
Herr, zieh das Schwert! Führ Du zum Sieg
den Frieden auf der Erden!
Zerschlag des Unrechts Allgewalt,
des Hasses und der Fehde!
Gebeut' dem bösen Feinde Halt
und aller Lügenrede!
Dein Reich! Das ist das allermeist!
Herr, schaff es uns hinieden!
Die Freiheit ist nur, wo Dein Geist!
Nur Liebe zeugt den Frieden!
Im Zuchthaus Brandenburg geschrieben Quelle: Schlösser Manfred: An den Wind geschrieben - Lyrik der Freiheit 1933-1945, München 1962, S. 52 |
“Was weiß die christliche Welt
von diesem ganz seltenen Menschen, -
von seinem Kämpferleben und seinem Märtyrertod?
Nur wenige wissen,
daß er der Gründer der
Una-Sancta-Bewegung gewesen ist,
daß er ebenso
wie für den Frieden unter den Konfessionen,
so auch für den Frieden unter den Völkern,
für den Weltfrieden und die Völkerversöhnung,
für soziale Gerechtigkeit
und für Achtung der Menschenwürde
gekämpft und sein Leben geopfert hat...“
Gefangenenseelsorger Peter Buchholz über M.J. Metzger |
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Bilder:
Bild
1: Stele vor dem
Augsburger Dom
(Photomontage: Der Aufdruck an der
Seite wurde zur besseren Lesbarkeit nach vorne versetzt)
Artikel:
Sein Engagement ist eine Mahnung AZ 19.4.1993 >>
Zeugnis für den Frieden Kath.Sonntagszeitung 2003 (anklicken)
Literatur:
Georg Denzler: Vorkämpfer für Frieden
und Ökumene: Priester Max Josef Metzger, in: Ders.: Widerstand
ist nicht das richtige Wort. Katholische Priester, Bischöfe
und Theologen im Dritten Reich. Zürich 2003, S. 189-208
Freudiger Kerstin: Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen. 2002 >>
Metzger, Max J.: Christuszeuge in einer zerrissenen
Welt. Briefe und Dokumente aus der Gefangenschaft 1934-1944. Neuausgabe
Freiburg 1991
Putz Ralf: Das Christkönigs-Institut Meitingen
und sein Gründer Max Josef Metzger (1887-1944), Hamburg 1998
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Altmann, Peter, Brüdigam, Heinz, Mausbach-Bromberger,
Barbara u. a.: Der deutsche antifasischtische Widerstand
1933-1945 in Bildern und Dokumenten. Mit sehr zahlreichen Abbildungen.
Röderberg 1975
Weitere
Information:
Quickborn-Arbeitskreis >>
Gedenkstätte
Deutscher Widerstand >>
Ausstellung von Pax Christi in Freiburg (ausleihbar) >>
Namensgebung:
Dr.-Max-Josef-Metzger-Schule Staatliche Realschule Meitingen >>
Doktor-Metzger-Straße in Meitingen
Max-Josef-Metzger-Straße in Augsburg-Pfersee
Max-Josef-Metzger-Straße in Magdeburg, Gedenktafel in Magdeburg >>
Max-Josef-Metzger-Straße in Brandenburg an der Havel
Max-Josef-Metzger-Straße in Freiburg |
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