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* 21.04.1912
† Juni 1996 |
Wie
viele andere hatte Johann Aechter als Zeitzeuge vielen eine andere
Geschichte des Nationalsozialismus vermittelt, als dies im Nachkriegsdeutschland
sonst der Fall war.
Schon im März
1933 ("Nr. 47") wurde er verhaftet, damals als junger
Kommunist. Die Neue Nationalzeitung (NNZ) war in dieser Zeit voll
von Listen der Verhafteten. Nachdem er zunächst in Aichach
eingesperrt war, dort mit anderen Gefangenen den Hofgang verweigerte
und in den Hungerstreik trat wurden sie bald darauf ins neue KZ
Dachau überstellt. Nachfolgend ein kleiner Ausschitt aus seinem
damaligen Erlebnis. |
| “Am
5. Mai wurden wir nach Dachau transportiert in einem Omnibus der
grünen Polizei. Dort angekommen wurden wir von der SS mit Ochsenziemern
aus dem Omnibus geprügelt und mußten Spießrutenlaufen
durch SS-Kordon, die auf uns einschlugen. In Reih und Glied vor
der Kommandantur angetreten, stand vor uns der Kommandant, SS-Standartenführer
Wäckerle mit der Transportliste in der Hand, neben ihm stand
der SS-Mann Schmaus (meine Mutter hatte ihn als Kind in Kost und
Pflege); er machte den Kommandanten auf mich aufmerksam und behauptete,
ich hätte seine Braut überfallen.
Der Kommandant sah auf die Liste und sagte: „Die Meuterer
von Aichach, Aechter, Eder, Pröll, Urban rechts raus!“
Wir wurden von den SS-Männern Schmaus und Ehmann in den Schubraum
getrieben. Sepp Pröll und ich waren mit Kneippsandalen und
kurzer Lederhose bekleidet. Auf dem Weg zum Schubraum traten uns
die beiden mit den Stiefeln auf die Fersen, die Haut hing in Fetzen
herunter. Im Schubraum angekommen, mußten wir uns unter Schlägen
nackt ausziehen. Sie traten uns mit Stiefeln ins Gesicht und auf
die Hoden. Mir zertraten sie die Brille im Gesicht. Ich wurde bewußtlos,
die Genossen schleiften mich ins Lager.”
(Auszug aus schriftlichen Erinnerungen im Archiv der VVN-BdA Bayern)
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